Die Taunusstadt Bad Homburg vor der Höhe ist eine in fünf Stadtteile gegliederte hessische Kreisstadt. Bad Homburg grenzt unmittelbar an das südlich gelegene Frankfurt am Main und ist mit diesem durch eine S-Bahnlinie verbunden. Weiterhin ist Bad Homburg über die B 456 sowie das Bad Homburger (Autobahn-) Kreuz erschlossen. Der Ort, dessen Name sich von der Burg Hohenberg ableitet, wurde vor mehr als 800 Jahren erstmals urkundlich erwähnt; Zeugnisse früherer Besiedlung sind umstritten. Nach verschiedenen Zugehörigkeiten fiel Bad Homburg 1866 an Preußen. Zu dieser Zeit war die Stadt bereits Kurstadt (später Sommerresidenz Wilhelms II.); zu ihrem Reichtum trug auch eine im Jahre 1842 gegründete Spielbank maßgeblich bei. Besonders die Engländer kurten gern in Bad Homburg, hiervon zeugt die heute als Kulturzentrum genutzte Englische Kirche (Christ Church), die 1868 durch den Lord Bischof von London geweiht wurde.

Neben der - eingeschränkten - Bedeutung als Industriestandort (1923 Gründung der Motorradfirma Horex) wurde Bad Homburg zunehmend Verwaltungszentrum der Region (nach dem Zweiten Weltkrieg Sitz der Sonderstelle Geld und Kredit der Bizone, später der Bundeswertpapierverwaltung). Heute ist Bad Homburg einer von mehreren Taunusorten, in denen die Frankfurter mit Vorliebe wohnen. Doch wurde das eher beschauliche Leben der Stadt jäh unterbrochen, als die RAF 1989 hier den Bankier Alfred Herrhausen ermordete. Für kulturell interessierte Besucher sehenswert ist neben dem barocken Schloss - der ehemaligen Residenz der Landgrafen von Hessen-Homburg - und dem Schlosspark nach englischem Vorbild auch dem Kurpark, in dem ein Denkmal Hölderlins steht. Ebenfalls interessant sind das (neogotische) Gotische Haus mit Stadtarchiv und Münzmuseum und das Kastell Saalburg (Teil des zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden, hier umfassend rekonstruierten obergermanisch-raetischen Limes).

Auch heute ist der von zahlreichen Brunnen getragene Kurbetrieb einschließlich mehrerer Kliniken eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt. Außerdem hat die private Accadis-Hochschule ihren Sitz in Bad Homburg, der zudem ein internationales College und eine Schule angegliedert sind. Der bekannteste Bewohner Bad Homburgs war sicherlich Friedrich Hölderlin, der während seines ersten Aufenthalts Teile des Hyperion-Romans verfasste. Später war er hier für kurze Zeit Hofbibliothekar, bevor er an lokalen Intrigen zerbrach und nach Tübingen übersiedelte. Jährlich wird an seinem Todestag, dem 7. Juni, der nach ihm benannte Preis für außergewöhnliche deutschsprachige literarische Leistungen verliehen.